Mit dem Einstieg in die Vollzeitberufstätigkeit als SEA Manager bei Hornetsecurity im Februar 2018 ging es für mich am Freitag, den 2. November 2018 auf meine erste Fortbildung. Das SEAcamp kam zum zweiten Mal nach Hannover. Ein Heimspiel für mich. Vor allem deshalb, weil alle meine Arbeitgeber seit 2013 in der List Ihren Hauptsitz haben. Denn auch dort, im Notovel am Lister Platz, startete gegen 09:00 Uhr die Veranstaltung.

Aufbau der Veranstaltung

Das SEAcamp ist eine Mischung aus Barcamp und klassischer Konferenz. Jeder der 280 Besucher kann im Voraus einen Beitrag einreichen. Alle Einreichungen (ca. 20 Vorträge) wurden zu Beginn vorgestellt. Im Gegensatz zum klassischen Barcamp wurde das Thema der Beiträge bereits vorab veröffentlicht. Bei der Abstimmung vor Ort wird, im Gegensatz zu Barcamp, nicht entschieden, ob ein Beitrag vorgestellt wird, sondern welche Raumgröße der Vortrag erhält. Je Größer die Zustimmung, desto größer der Raum.

SEA Camp 2018 Vorträge

Die Themen bei SEAcamp Hannover 2018

Google AdWords

Da der Begriff „Search Engine Advertising“ bereits im Namen der Veranstaltung steht, wurde natürlich die meiste Zeit über Google AdWords gesprochen. Unter anderem ging es um das neue CSS in Google AdWords, die Möglichkeiten strukturierter Daten und die Verknüpfung von AdWords (SEA) und den Google SERPS (SEO). Besucht habe ich die Vorträge:

Besonders interessant war für mich der B2B Vortrag von Herrn Winklhofer. Ein sehr freier Vortrag, indem Herr Winklhofer aufgezeigt hat, mit welchen Herausforderungen er bei einem Nischenprodukt zu kämpfen hat und mit welchen Tricks er versucht sich zu helfen. Dieser Vortrag hat mir besonders gut gefallen, weil er weg geht von Praxisbeispielen wie Coca-Cola oder Sixt, die Massenprodukte verkaufen und unglaublich viel Werbebudget besitzen. Hier wurden die Herausforderungen von Business-Produkten mit einer extremen Nische aufgezeigt. Persönlich habe ich unglaublich viel aus dem Vortrag mitgenommen. Auch wenn es häufig nur eine Bestätigung meiner eigenen Erkenntnisse war.
Auch der Vortrag „ Tools für bessere SEA-SEO Verzahnung“, hat mir gut gefallen. Die beiden Herren haben mir gezeigt, dass in der Praxis der SEO Manager und der SEA Manager zu selten miteinander sprechen und Korrelationseffekte nicht untersuchen oder besprechen.

Amazon Marketing

Auch über Amazon gab es einige Vorträge. Ein Vortrag von Florian Nottorf hies zum Beispiel: „Amazon-Nerd-Alert: AMS PPC Hacks für eine ideale Kampagnenstruktur und optimale Performance“. Da Amazon für meine aktuelle Position bei Hornetsecurity überhaupt nicht relevant ist, habe ich diese Veranstaltungen nicht besucht. Die Masse an Vorträgen hat mir aber gezeigt, dass die Professionalität auf Amazon für Werbetreibende immer weiter zunimmt.

Google Tag Manager & Google Analytics

Die fachlich interessantesten und „nerdigsten“ Vorträge gab es im Bereich Analytics und Google Tag Manager. Christian Ebernickel zeigte 13 böse Fehler in Google Analytics und dem Google Tag Manager. Als Freiberufler hat Herr Ebernickel bereits viele Analytics und Tag Manager Accounts von Unternehmen gesehen und dabei das ein oder andere Chaos retten müssen.

Im Laufe des Tages konnte ich mich auch noch einmal etwas länger mit Herrn Ebernickel unterhalten und weitere Learnings für mich mitnehmen. Zwei davon sind: Insgesamt läuft bei uns zum Glück vieles richtig und IT und Marketing müssen in vielen Unternehmen einfach mehr miteinander reden. So ist es vielen ITlern gar nicht bewusst, welches Sicherheitsrisiko der Google Tag Manager eigentlich besitzt, wenn die falschen Personen Rechte dafür besitzen.
Ebenfalls sehr interessant waren die „Praxis-Hacks“ von Markus Baersch. Fazit des Vortrags: „Wenn man will, dann kann man ALLES messen. Aber miss auch nur das, was du wirklich messen musst“. Ich habe aus dem Vortrag für mich mitgenommen, dass man mit JavaScript wirklich sehr viel machen kann und dass es nicht verkehrt wäre, sich in Zukunft mit JavaScript mehr auseinanderzusetzen. Für solche Vorträge, wie die von Herrn Ebernickel und Herrn Baersch, bin ich zu einer Fachkonferenz / einem Fachcamp gegangen. Dies sind Tipps und Tricks, die man nicht mit einer fünfminütigen Google Suche findet. Dies sind Hinweise, Kniffe, Tipps und Hacks, die wirklich cool sind und einen im beruflichen eine Ebene weiterbringen.

Diskusionspanel mit den Veranstaltern

Am Ende des Tages, gegen 17:30 Uhr, gab es ein Diskussions-Panel. Dieses haben fast alle 280 Teilnehmer besucht. Hauptthema war die Frage: „Werden Agenturen und SEA Manager eigentlich noch benötigt, wenn Google in Zukunft dank KI und Automatisierung alles selber macht?“. Grundsätzlich waren die meisten Redner der Meinung, dass das Aufgabenfeld eher in Richtung Beratung gehen wird, anstatt aktiv die Klickpreise anzupassen und Anzeigentexte zu schreiben. Eine steile These des Abends lautete: „In Zukunft muss man nur noch ein Budget angeben und Google übernimmt den Rest“. Jedoch gab es auch Kritiker, die Googles „SmartBidding“ aktuell für wenig smart halten. Aufgrund der vielen Expertenmeinungen und meinen eigenen Erfahrungen habe ich aus der Diskussion für mich folgendes Fazit mitgenommen: „Wenn Google mit vielen Daten, also einer hohen Anzahl an Conversions, arbeiten kann, dann können die Automatisierungen wirklich smart sein. Bei wenig Conversions, zum Beispiel im B2B-Bereich, fehlt es an Daten, sodass ein manuelles Vorgehen schlauer ist.“

Private Gespräche als weitere Quelle von Informationen

Zwischen den Vorträgen, beim Mittagessen und bei der Abendveranstaltung gab es genügend Möglichkeiten sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Da dies mein erstes SEA Event war, kannte ich, bis auf den Veranstalter Olaf Kopp, keinen der Teilnehmer. Dies ermöglichte mir viele neue Leute kennenzulernen. Gerade in den persönlichen Gesprächen konnte noch einmal viel Input für mich mitnehmen und Erfahrungen mit anderen SEA Managern und Agenturmitarbeitern mitnehmen. Besonders gut hat mir gefallen, wie aufgeschlossen und freundlich alle Teilnehmer waren. Die Stimmung war unglaublich gut, es wurde geduzt, alle waren auf einem Level. Ich habe mich auf dem SEAcamp sehr wohl gefühlt und viele nette Leute kennengelernt, mit denen man zu späterer Stunde auch über andere Themen als SEA reden konnte. Hier konnte man wirklich von Networking reden.
Marc Sasse

Marc Sasse

Social Media Marketing

Michael Hösel

Michael Hösel

Online Marketing

Jörg Stark

Jörg Stark

Inhaber, Online Digital X Frankfurt

Organisation, Essen und Location

Der Erfolg des Events ist auch auf die Organisation zurückzuführen. Alles war sehr gut organisiert, die Zeitpläne wurden fast alle eingehalten, die Location war unglaublich toll und auch praktisch, das Essen war ausreichend und sehr lecker. Also rundum eine sehr gut organisierte Veranstaltung. Insbesondere diese Punkte ermöglichten in meinen Augen das gute Networken. Denn alle Teilnehmer haben sich wohl gefühlt und waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung.

Preis

Häufig kosten Konferenzen 800, 1.000 oder sogar 2.000 Euro pro Person. Der Ticketpreis für das SEAcamp 2018 lag bei ca. 300 Euro. Für diesen Preis hat man fachlich sehr interessante Beiträge erhalten, eine super Location, eine top Organisation sowie ausreichend und leckere Verpflegung. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist da einfach unschlagbar.

Fazit: Definitiv nicht mein letzter Besuch

JavaScript bringt dich auf das nächste Level

Wie der Artikel bereits anklingen lässt, war dies ein sehr erfolgreicher und lehrreicher Tag für mich. Die meisten Vorträge waren fachlich gut, teilweise sogar sehr gut. Insbesondere die Vorträge zum Tag Manager und zu Analytics waren inhaltlich sehr gut und waren teilweise auf einem echt krasses Expertenlevel. Neben der Bestätigung meines Wissens in vielen Bereichen konnte ich auch viele Tipps und Anregungen mitnehmen. Mein größtes Learning in der praktischen Anwendung war die Erkenntnis, welche Möglichkeiten einem JavaScript im SEA-und Analytics-Bereich bietet. Ich werde mich in naher Zukunft definitiv dem Thema Programmieren widmen und mit JavScript anfangen.

Interaktive Veranstaltung

Ebenfalls positiv gefallen hat mir der interaktive Charakter. Im Gewand eines Barcamps waren Zwischenfragen, Diskussionen und Anmerkungen nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht. Dies machte jeden Besucher zum Teilnehmer. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Kritik: Es gibt mehr als Google und Amazon!

Zum Schluss habe ich auch einen kleinen Kritik-Punkt. Der Name der Veranstaltung heißt „SEAcamp“ und nicht „AdWORDScamp“. Leider behandelten gefühlt 70-80 % der Vorträge Google Produkte. Die anderen 20-30% waren Amazon. Facebook? Instagram? Twitter? LinkedIn & Xing? Baidu? Yandex? Capterra? Outbrain? Plista? Ebay? Idealo? kununu? Es gibt so viele Plattformen, auf denen man bezahlte Werbung schalten kann. Abseits vom Google Universum. Leider fokussiert sich die SEA Szene stark auf Google und Amazon. Kleine Plattform, die insbesondere für Nischen interessant sind. Wurden leider nicht thematisiert. Hier wünsche ich mir für die Zukunft mehr Vielfalt.