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Update: 19.05.2019

12 Jahre Schule und 17.000 Möglichkeiten

Viele Kinder haben zu Beginn ihrer schulischen Laufbahn klare Berufsziele: Feuerwehrmann, Polizist, Arzt. Ich zum Beispiel fand das Weltall so faszinierend, dass ich jahrelang Astronomie studieren wollte. Astronaut wollte ich jedoch nie werden, meine Höhenangst war zu groß. Doch mit den Jahren zeigte sich, dass andere Schüler in Mathe deutlich besser waren, sodass ich mich von diesem Traum irgendwann verabschiedete.

Irgendwann in der 7. oder 8. Klasse konnten sich Schüler aller Klassen für die Schülerzeitung anmelden. Da ich, heute wie damals, sehr gerne Texte schrieb, meldete ich mich mit meinem besten Kumpel direkt an. Wir lernten zu recherchieren, Texte in Word einzupflegen, alle Inhalte zu layouten, Sponsoren zu generieren, eine Druckerei zu finden und die Zeitung zu verkaufen. Mit den Jahren wurde die Schülerzeitung digital. Einen Trend, den viele Verlage erst zwischen 2012 und 2018 verstanden, hat unsere Schule bereits 2010 erkannt. Von da an pflegten wir Texte in ein Content Management System ein und veröffentlichten Artikel online.

Berufsinformationstag: Von 17.000 Entscheidungsmöglichkeiten auf 2

Zwischen 2010 und 2011 fand im beschaulichen Hameln ein Berufsinformationstag statt. Mehrere Universitäten stellten eine Vielzahl von Studiengängen vor. Erinnern kann ich mich an zwei Vorträge: Journalistik und Medienmanagement. Zuerst saß ich im Vortrag für Journalismus. Der für mich bis dahin interessanteste Werdegang nach der Schule. Doch die Dame, den Studiengang vorstellte, schaffte es mit ihrem arroganten Auftritt, mir die Freude am Journalismus-Studium zu nehmen.

Im Anschluss stellte uns mein späterer Dozent Herr Stürzebecher den Studiengang Medienmanagement vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung Hannover vor. Dieser Studiengang bot alles, was mich interessierte: Kommunikationsforschung, Technik, Journalismus … Von diesem Tag an wusste ich, wo ich unbedingt nach der Schule hin möchte: An das IJK Hannover.

Die letzten zwei Jahre Schule verfolgte ich mit diesem Ziel. Und tatsächlich wurde ich nach einem Bewerbungsschreiben, einem Wissenstest und einem Bewerbungsgespräch am IJK angenommen. Mehrere Hundert Studenten bewerben sich jedes Jahr am IJK und ich war einer von 40, der angenommen wurde. Ich war stolz wie Bolle.

Mein Studium am IJK und der Weg ins Online Marketing

Das Studium am IJK ist sehr vielfältig, besitzt jedoch einen Schwerpunkt. Wissenschaftliches Arbeiten ist im Lehrplan das A und O. Vom Bachelor bis zum Master musste ich fünf Statistikkurse belegen, um die gesamte Statistik-Welt kennenzulernen und zu beherrschen. Der Schwerpunkt der Universität liegt auf der quantitativen Forschung. Aber auch die qualitative Forschung wird einem gelehrt.

Neben korrektem wissenschaftlichen Arbeiten und korrektem wissenschaftlichen Schreiben von Hausarbeiten, Abschlussarbeiten und Papern, erfährt man alles, um gut vorbereitet in die Medienwelt eintauchen zu können. Die Kurs-Module lauten unter anderem:

  • Medienrezeption und Medienwirkung
  • Theorie und Praxis des Medienmanagements
  • Internationale Medienpolitik
  • Führung & Managemententwicklung

Um das Studium beenden zu können, muss jeder Student des IJKs zwei Pflichtpraktika absolvieren. Ich wusste zwar im Jahr 2012, dass ich das richtige Studium gewählt habe, die berufliche Zukunft stand aber noch in den Sternen. Meine ersten Erfahrungen im Bereich Online Marketing & Social Media machte ich während des Studiums. Bei der Gründung des ersten Campusradios für Hannover, Ernst.FM, entwickelte ich gemeinsam mit meinen Kommilitonen eine Social Media Strategie für den Radiosender.

Auf der Suche nach einem Praktikum landete ich 2014 bei Webstrategie Wolf, einem Zwei-Mann-Unternehmen.  Dort lernte ich die Welt der Suchmaschinenoptimierung, der Conversionoptimierung und das gesamte Spektrum des Affiliate-Marketings kennen. Ich durfte selber Texte schreiben, Videos drehen, Produkte testen, meine eigene Website aufbauen und vieles mehr. Dort loderte das erste Flämmchen für das Online Marketing auf.

Ein halbes Jahr später landete ich wieder in München. Dieses Mal recht zentral, in der Nähe vom Backstage. Ich durfte zwei Monate beim Energieriesen E.ON arbeiten, im Bereich “Digitale Lösungen“. Anstatt zwei Kollegen hatte ich plötzlich über 400. Das Team war unglaublich nett und ich habe in den zwei Monaten sehr viel gelernt. Hauptsächlich war ich für das Social Media Team zuständig. Ich lernte aber auch viel über die Themen Kundenbetreuung und Reduzierung der Kundenkontakte, durch FAQ-Seiten, Online Chats und Briefverkehr.

Erfolgreiche Social Media Aktion zu Ostern: Versteckte Eier auf dem E.ON Gelände

Der Beginn des Masters und der Start ins Agenturleben

Ende 2015, drei Jahre nach Beginn meines Bachelors hatte ich meinen ersten Hochschulabschluss in der Tasche. Doch nur zwei Wochen nach meiner letzten Abschlussprüfung ging es direkt in den Master. Weitere Statistikkurse, Managementkurse und Forschungsarbeiten kamen auf mich zu. Aber auch beruflich begann ein neuer Start für mich. Im Frühjahr 2016 startete ich als Werkstudent bei Cybay New Media.

Cybay, ebenfalls im Jahr 1993 das Licht der Welt erblickt, ist eine Agentur aus Hannover, die überwiegend Website-Relaunch-Projekte für größere Unternehmen realisieren. Ein kleines Team von vier bis fünf Leuten bei Cybay ist dort für das Online Marketing zuständig. In meinen knapp zwei Jahren bei Cybay lernte ich alle Handwerkzeuge, die man als Online Marketing Manager braucht. 

Ich erstellte unzählige Reportings und lernte so Kennzahlen von Websites richtig zu interpretieren und mit Google Analytics & etracker richtig umzugehen. Ich setzte viele AdWords Kampagnen auf, erstellte Content für unsere Kunden, lernte viele wichtige Dinge über Suchmaschinenoptimierung und arbeitete mit unzähligen Social Media Tools, wie Brandwatch, Quintly, Talkwalker und Co. Zusätzlich unterstützte ich das interne Social Media Team, um auf Snapchat, Instagram und Facebook Cybay zu repräsentieren.

Der Vorteil am Agenturleben sind die ständig neuen Herausforderungen, in sich täglich wandelnden Gebieten, vom Industrieunternehmen bis zur Immobilienbranche. So konnte ich in meiner Zeit bei Cybay unglaublich viel Wissen erlangen.

In dieser Zeit lernte ich auch die Online Marketing Szene kennen: Karl Kratz, Felix Beilhartz, André Morys und Co. umgaben mich von da an auch in meiner Freizeit bei Facebook, Twitter oder in meinem Bücherregal.

Vom Studenten ins Berufsleben: Mein Start bei Hornetsecurity

Im Herbst 2017 kontaktierte mich ein Unternehmen mit dem Namen Hornetsecurity. Ich hatte bis dahin noch nichts von den Hornissen gehört, der Kontakt war jedoch sehr nett, sodass ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Mit fast 100 Mitarbeitern und einem Marketing Team, das aus drei Festangestellten und drei Azubis bestand, vergrößerte ich als SEA Specialist im November das Team.

Bis Februar 2018 war ich lediglich drei Mal die Woche auf der Arbeit, da ich noch mitten in meiner Masterarbeit steckte. Mittlerweile bin ich, neben der Optimierung der unterschiedlichen SEA Kanäle, auch für andere Aufgabenbereiche zuständig. Aus meiner Statistik geprägten Studienzeit ist die Freude an den Zahlen geblieben. Aus diesem Grund interessiere ich mich sehr für alle Formen des Trackings. So bin ich mittlerweile für jegliche Tracking-Fragen Ansprechpartner im Marketing. Da wir im Unternehmen mit dem Marketing Automation Tool Pardot, bin ich, gemeinsam mit einem weiteren Kollegen, zuständig für das E-Mail Marketing. Denn Pardot bietet eine Mischung als Automatisierung und Dynamisierung durch (trackbare) Zielgruppen und dem Versand von E-Mails.

Mittlerweile ist das Marketing stark gewachsen. Neben den zehn Kollegen in Deutschland haben wir mittlerweile auch Marketing-Mitarbeiter in Spanien und den USA. Dies bedeutet für uns neue Möglichkeiten und neue Herausforderung: Die Erschließung neuer Märkte, regelmäßige Kommunikation auf Englisch, unterschiedliche Arbeitszeiten aufgrund der Zeitverschiebung und vieles mehr.

Online Marketing – für mich mehr als ein Beruf

Online Marketing ist für mich nicht einfach nur ein Job. Es ist für mich ein Hobby, ja eine Leidenschaft. Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu, setze es an meinen eigenen Website-Projekten wie Gym Wear Fashion und Felix991.de (Basketball-Blog) um und freue mich auf jeden Tag an dem ich Websiten optimieren, coolen Content erstellen  und auch ab und zu mal etwas mit Photoshop machen kann. Eigentlich ist es genau so wie in der Schülerzeitung in der 9. Klasse. Nur habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und darf jetzt jeden Tag in die Welt des Online Marketings eintauchen.