Erfahrungsbericht zum Follower Kauf & zur Follow-Unfollow-Strategie auf Instagram 

Instagram Follower zu kaufen ist sehr einfach und günstig. Warum es sich nicht lohnt und welche negativen Auswirkungen es haben kann, erfährst du in diesem Artikel.

In den letzten drei Jahren entstanden in meiner Freizeit einige private Projekte im Bereich Online Marketing. Mit Gym Wear Fashion startete ich das Projekt Social Media Marketing. Da Fitnessbekleidung ein Lifestyle Produkt ist, setzte ich einen Instagram Account auf. Dieser Account steht nun seit fast einem Jahr und dient für mich als Spielwiese und Testlabor für Social Media Marketing. Die gemachten Erfahrungen möchte ich gerne mit dir teilen.

Erste Phase & Marketingziele – Gym Wear Fashion auf Instagram

Der Instagram-Account Gym Wear Fashion hat Ende Mai 2018 ca. 2.350 Follower und 185 Beiträge. Dabei abonniere ich mit dem Account derzeit 156 andere Personen, größtenteils Marken, aber auch Personen.

Ich verfolge mit dem Instagram-Account zwei Ziele. Hauptziel ist das Branding. Ich möchte Personen, die gerne ins Fitnessstudio gehen, auf meine Website aufmerksam machen. Dafür poste (bzw. postete) ich regelmäßig, circa alle zwei Tage, sportliche Bilder, verwende relevante Hashtags und like sportliche Bilder. Das zweite Ziel ist die Reputation. Wenn jemand auf meiner Website ist und Gym Wear Fashion auf Instagram sucht, dann soll die Person sehen, dass ich bereits viele Abonnenten besitze.

Mein Content – Repostings & eigene Inhalte

Die meisten Bilder poste ich mit Hilfe der App Repost. An der App gefällt mir, dass sie kostenlos ist und kaum sichtbar das eigene Logo auf dem Foto platziert. So kann ich ohne großen Aufwand Bilder posten. Und durch den Hinweis im Bild auf den Bildbesitzer kann ich Ärger aufgrund von Bildrechten vermeiden. Bisher hat sich noch niemand über ein Reposting beschwert. Mit dem Reposten der Bilder konnte ich relativ schnell circa „echte“ 300 Follower genieren.

Ein Großteil der Bilder sind Reposts von unterschiedlichen Sportmarken, die nur bedingt bekannt sind. Also nicht Nike, Adidas und Puma, sondern Beyond Limits, Gymshark, Barboza, ESN, Stronger und andere eher unbekannte Marken. Auch reposte ich regelmäßig Bilder von in der Fitnessszene bekannten Personen. Zudem versuche ich regelmäßig eigene Bilder zu posten. Mit der Zeit habe ich die Anzahl der eigenen Posts leicht gesteigert, sodass ich alle ein bis zwei Wochen ein Bild von mir oder aus meinem Sportalltag gepostet habe.

Ich erstelle auf diesem Account somit kaum hochwertigen Content, sondern möchte Zielgruppen erreichen, die einen Überblick über die aktuelle Fitnessmode erhalten wollen. Somit ist der Kanal eher informativ und weniger persönlich bzw. unterhaltend. Das dies nicht die ideale Strategie für den Aufbau von Followern ist, ist mir bewusst.

Verwendung von relevanten Hahstags

Über die letzten 12 Monate erarbeitete ich mir verschiedene Sets an Hashtags. Dabei achte ich darauf keine verbotenen Hashtags wie #bikinibody, #butt oder # curvy zu verwenden. Im Moment nutze ich ein Mix aus internationalen, nationalen, häufig genutzten und weniger genutzten Hashtags. Jedoch bin ich mit der Hashtag-Auswahl noch nicht ganz zufrieden.

Im Moment nutze ich ein Mix aus internationalen, nationalen, häufig genutzten und weniger genutzten Hashtags.

Zweite Phase  – Follower generieren mit der App Captivate

Zu Beginn erreichte ich trotz Reposts eine relativ große Reichweite von bis zu ca. 1.900 Personen. Dabei bekam das erfolgreichste Bild über 200 Likes. Ich war überrascht von der großen Reichweite, wollte diese aber natürlich weiter ausbauen. Während eines Firmen-Events erzählte mir ein Kollege von der App Captivate. Capitave ist nichts anderes als eine automatisierte Follow-Unfollow-App. Die App hat mir auf den ersten Blick sehr gut gefallen.

Mit einer Whitelist habe ich zu Beginn alle Accounts ausgewählt, denen ich weiterhin folgen möchte. Anschließend habe ich eine große Menge an Personen ausgewählt, die potentiell Interesse an Sportbekleidung haben. Dafür habe ich einfach Instagram-User genommen, die bereits anderen Fitness-Accounts folgen. Ich bin jeden Tag so 10 – 50 Accounts gefolgt. Hatte ich 400 – 600 Accounts abonniert, habe ich diesen langsam wieder deabonniert.

Dies habe ich immer wieder gemacht: follow, unfollow, follow, unfollow… So konnte ich ca. 100 weitere Follower generieren. Der betriebene Aufwand war relativ groß, der gewünschte Erfolg blieb allerdings auch. Mein Kollege konnte mit dieser Technik allerdings als Hobbyfotograf für Protrait-Aufnahmen in kurzer Zeit 14.000 Follower generieren. Für mich war die Nutzung von Captivate im Nachhinein reine Zeitverschwendung. Nicht nur der geringe Anstieg an Followern war frustrierend, sondern auch die abnehmende Reichweite. Die Algorithmen von Instagram sind mittlerweile sehr schlau. Aufgrund der Follow-Unfollow-Strategie bestrafte mich Instagram mit einer Einbuße an Reichweite.

Die Algorithmen von Instagram sind mittlerweile sehr schlau. Aufgrund der Follow-Unfollow-Strategie bestrafte mit Instagram mich einer Einbuße an Reichweite.

Dritte Phase – Kaufen von Followern

Nach einem halben Jahr begann ich mit dem Kauf von Followern. Bis heute habe ich vier Mal Follower gekauft (2 X 100, 1 X 50, 1 X 1.000). Überraschenderweise ist mir bis heute ein Großteil der Follower erhalten geblieben, sodass ich derzeit ca. 2.350 Follower besitze. Jedoch liegt die Interaktion bei null. Solltest du dir von den gekauften Fans Interaktion erhoffen, dann würde ich es mit dem Kauf deutscher Follower probieren. Diese sind jedoch deutlich teurer. Zusätzlich zur fehlenden Interaktion schränkte Instagram meine Reichweite erneut ein.

Die Follower habe ich mir jedoch nicht gekauft, um mehr Interaktion zu erhalten, sondern um die Reputation zu steigern. Der Gedanke dahinter ist einfach und bekannt: Gelangt ein neuer User auf eine Seite mit vielen Followern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er diesem folgt. Meine Erfahrung zeigt mir, dass sich der Kauf von Followern in keinster Weise lohnt. Vor allem für sehr kleine Accounts ist der Follower-Kauf wie ein Fall in eine tiefe Grube der Reichweiten-Armut, aus der du nur schwer wieder heraus kommst.

Ergebnis – Sinkende Interaktion und Reichweite durch Captivate und Follower-Kauf

Wie bereits angesprochen, ist interessanterweise meine Reichweite immens eingebrochen. Von bis zu 1.900 erreichten Personen, erreiche ich mittlerweile nur noch 70 bis 100 pro Post. Ende Januar waren es noch 100 bis 300 Personen. Dabei ist die Anzahl der Likes von 100 bis 200 auf 10 bis 30 (Ende Januar noch 30 – 60) eingebrochen. Ich vermute, dass Instagram mein Black-Hat-Insta-SEO bemerkt hat und mich mit einem Shadow Ban versehen hat.

Aktuelles Fazit meines Instagram-Experiments

Im Nachhinein würde ich die Verwendung von Capivate und anderen Follow-Unfollow Apps vermeiden. Generell würde ich versuchen, die Nutzung von Dritt-Anbieter-Apps zu minieren. Instagram sieht das nicht gerne und bestraft Accounts mit weniger Reichweite.

Anfangs war ich noch überzeugt, dass Instagram den Kauf von ca. 100 Followern nicht bemerkt. Doch meiner Erfahrung nach sind die Algorithmen mittlerweile unglaublich gut. Zudem zerstören mir die Follower meine Statistiken. Ich weiß nicht wie viele echte Follower ich habe und wo die überhaupt herkommen. Selbst die Follow-Unfollow-Strategie konnte Instagram erkennen und mit Reichweiteneinbußen bestrafen.

Das Posten von Reposts sehe ich als einfachen Einstieg, um erste Follower mit wenig Aufwand zu generieren. Jedoch sollte man relativ zügig auf eigenen Content umsteigen. Auch der Instagram-Nutzer wird immer schlauer. Die Leute bemerken schnell, dass man zwar viele Follower hat, aber kaum Interaktion herrscht. Die Möglichkeit Follower zu kaufen ist einfach zu bekannt.

Mein weiteres Vorgehen auf Instagram

Ich werde in den kommenden Monaten zwei Strategien weiterverfolgen. Einerseits möchte ich den Anteil an eigenem Content erhöhen. Dies habe ich in den letzten Wochen bereits umgesetzt. Mit eigenem Content möchte ich für mehr Vertrauen sorgen, indem ich meine eigene Person in den Fokus stelle. Zudem versuche ich in den Bildunterschriften über verschiedene Fitness-Themen zu berichten und damit meine Expertise im Sportbereich hervorzuheben. Jedoch werden weiterhin Bilder von Sportmarken ge-repostet, da der User immer noch über die neueste und coolste Fitness-Mode informiert werden soll. Dies wird nämlich in der Biografie versprochen.

Den ersten Entwurf für diesen Artikel hatte ich im Januar begonnen. Meine damals geplante Strategie konnte ich über den Haufen werfen. Meine Reichweite ist mittlerweile so weit gesunken, dass sich der Aufwand nicht mehr lohnt. Aufgrund dieser Erfahrung rate ich dringend davon ab, Follower zu kaufen, wenn man in Zukunft eine große Community um sich herum aufbauen möchte.

Um den „Schein“ für meine Affiliate Seite zu wahren, habe ich vor kurzem ca. 1.000 Follower gekauft. Bekommen habe ich ca. 1.500 Follower, sodass ich derzeit bei ca. 2.350 Followern bin. Dadurch ist meine Reichweite weiter auf 70 bis 100 gesunken, sodass ich den Account mittlerweile nur noch sporadisch befülle.

Des Weiteren interessierte es mich, ob und ab welchem Zeitpunkt Unternehmen Anfragen für Produktwerbung stellen. Ziemlich zu Beginn habe ich bereits einmal ein T-Shirt von einem kleinen Fitness-Modelabel erhalten. Weitere Anfragen sind bisher jedoch ausgeblieben. Das zeigt, dass viele Unternehmen mittlerweile begriffen haben, wie Instagram funktioniert. Eine gewisse Anzahl an Followern führt nicht automatisch zu Werbeangeboten. Die Wahrscheinlichkeit für Werbenagebote steigt mit steigender Interaktion und eigenem, originellem Content.

Weitere Erfahrungen

Gym Wear Fashion ist ein Projekt, dass ich weiterhin aktiv betreibe. Sobald ich neue Erkenntnisse gewinnen kann, werde ich den Blogbeitrag ergänzen.